Mercantour extra

Die Route bei GPSies

 

 

Die Strecke

 

Morgens um halb zehn auf dem Col de la Bonette. Im September. Schnee hatte es zwar noch nicht, aber Eis auf der Strasse. War ja auch kein Wunder, bei minus einem Grad. Dafür keine Baustelle, war wohl meine erste Überquerung ohne Baustelle. Aber auch ohne Offroad Track quer durch die Haine wie im Juni.

 

Für den Col de Turini muss unbedingt mehr Zeit eingeplant werden, nächstes Mal vielleicht mit einem Abstecher ans Fort de la Forca. Die gewählten Strassen auf der Südseite passten nicht zur Länge der Tour, eine gescheite Alternative hab ich noch nicht entdeckt. Die Strecke Richtung Südwest parallel zur Küste durch die Hügel führt über relativ schmale Strassen durch besiedeltes Gebiet. Sie mochte mich denn auch nicht, wellenartig warf sie mir die Spitzkehren zum Frass vor. Von weitem sahen sie aus wie Treppenstufen.

 

Irgendwo da unten hab ich mir mein Knie gestossen. Voller Elan aufgesessen, dachte ich. Leider krachte mein Knie mit demselben Elan frontal in den Koffer.

 

Das kleine Strässchen von Saint-Sauveur-sur-Tinée westwärts wurde mir doch etwas zuviel und ich baute die Route um, für heute hatte ich genug von kleinen Strässchen. Lieber einmal mehr durch die Gorges, hiess dreimal durch zwei Gorges. Also mal den Gorges de la Cians rauf.

 

Bei Guillaumes ein Moped mit Solothurner Kennzeichen, ich grad den Anker geworfen. Eine GS. Der Kommentar von Fahrer: „Ah, Deine ist auch vom Stucki.“ Auch er beklagte sich darüber, was seine Mühle hier unten an Öl säuft. Hab ich jetzt schon öfters gehört.

 

Weiter, den Gorges de Dalius runter. Du kannst gar nicht so viele Male anhalten, wie Du fotografieren möchtest. Der Heimweg führt über den Col de la Cayolle, nur beginnt der am oberen Ende des Gorges, also wieder rauf. Rauf ist sowieso besser, hat da einige Tunnels, die nur Abwärts befahren werden. Rauf geht's aussenrum.

 

Der Cayolle um diese Tageszeit war nicht meine beste Idee, allerdings war sie konkurrenzlos. Auf den alternativen Routen hätte es wohl nicht besser ausgesehen. Kalt war es geworden im Schatten, die andere Talseite lag noch voll in der Sonne. Da, eine Brücke! Die Strasse wechselt die Talseite! Sonne!

 

Bingo. Voll ins Gesicht. Die Sonne schien mir fortan voll ins Gesicht. Mit dauerndem Licht/Schatten Spiel. So hatte ich wenigstens nicht all den Split ansehen müssen, der da auf der anderen Talseite rumlag.

 

Diesen Abend hab ich das Moped mal unters Dach gestellt, der Sattel soll dort morgens eisfrei sein.