Hinreise, Tag 1

Die Route bei GPSies

 

 

Die Strecke

 

Der Plan war: Auf der Autobahn bis Yverdon, danach einen Haken rüber in den französischen Jura und in einem weitem Bogen bis in den Vercors. Dies sollte reichen für den ersten Tag.

 

Der erste Turn ging genau bis zum Rastplatz Oberbipp. Da musste ich die Membrane anziehen. Nicht wegen Regens, nein, wegen der Kälte. Die wolkenverhangenen Jurahöhen zur Rechten, irgendwelche ebenso Verhangenen zur Linken, dem Neuenburgersee entlang. Wenn man ihn denn sah, war sein Wasser schwarz. In der Mitte drückte langsam die Sonne, meine Laune steigerte sich.

 

Yverdon, also hart rechts. Genau auf die Hügel zu, den Wolkenverhangenen. Meine Laune sank. Bei Le Cruex über die Grenze und dann wieder hart Links den Juraausläufern entlang. Weite Teile der D437 entlang, dann auf die D124 und die D33 gewechselt.

 

Ich hab da einen offensichtlich ortskundigen Audifahrer vorbeigelassen . Die Geschwindigkeiten bewegten sich Richtung führerscheingefärdend. Fahren konnte der, respektive ich ihm nicht mal folgen.

 

Über die D55 und die D31. Es gab nur eine Richtung: Süden.

 

Ah, die D921, auf der hast du doch im Routenplaner einen Punkt gesetzt. Hat sie aber nicht verdient. Ich kam an einem Triatlon vorbei (die Jungs haben echt gelitten). Hier war die Zivilisation schon wieder deutlich spürbar, die Strassen denn auch langweilig. Es ging gegen Grenoble zu, der Verkehr nahm zu, die Sicherheitslinien auch.

 

Seit heute weiss ich auch woher der Split kommt, wie auf dem Bild zu erkennen ist, war der grösste Teil aber an der Arbeit.

 

Grenoble links liegen gelassen und rauf in den Vercors. Ne Baustellenampel, die schaltete gerade auf Grün. 5 Autos, das hinterste konnte ich gerade noch überholen. Macht nix, die restlichen 4 sind nach der Baustelle fällig, dachte ich. Nur hab ich die Rechnung ohne den Stau gemacht. Den Stau in der Gegenrichtung. Kilometerlang. Irgendwann, wir waren schon fast oben, konnte ich dann vorbei.

 

Villard-de-Lans:

 

Das Hotel hatte leider kein Restaurant, also ab in die Downtown. Eines der Restaurants, die mir empfohlen wurden, war das Bergerie. Es soll geöffnet haben, auch sonntags im September. Ich streifte also durch die City, fand viele Restaurants, aber alle waren geschlossen. Irgendwann traf ich auf ein Restaurant Montagnard, das zu Essen einlud. Klein, heimelig, ganz aus Holz. Wie unsere Skihütten, gab auch Fondue und Raclette.

 

Im Laufe des Abends wurde es propenfoll, wie soll es auch anders sein: Ein Geöffnetes auf ein Dutzend geschlossene Restaurants. Rundherum wurde französisch gesprochen, wir waren ja auch in Franggreich.

 

Am Nachbartisch schnappte ich ein paar Worte Deutsch auf. Ah, Deutsche. Es fielen so Worte wie Wochentouren, zuwenig Urlaub und Basecamp. Ah, Motorradfahrer . Das Essen kam, egal die kannst du auch später noch kennenlernen. Dann fielen so Worte wie Trittfrequenz und Übersetzungen. Schreck las nach, Mountenbiker. Die Jungs sind dann auch früh gegangen.

 

Zusammen mit dem Kaffee kam auch gleich die Rechnung, vollautomatisch. Ich bezahlte an der Kasse, wie in unseren Skihütten üblich. Es stand doch tatsächlich 'Restaurant Bergerie' dem Beleg.

 

Auf dem Nachhauseweg fiel mir dann doch noch das einte oder andere geöffnete Restaurant auf. Ich konnte nachher die Restaurants in zwei Gruppen einteilen. Das bereits erwähnte Fondue und Raclette gab’s überall, ebenso lokale Spezialitäten wie Tartiflette (wobei Fondue und Raclette auch als lokal gerechnet werden), ansonsten gab es entweder Creppes oder Pizza. Um 9 Uhr abends werden hier die Bordsteine hochgeklappt, mindestens an einem Sonntagabend im September (der geneigte Leser erinnert sich an das von mir beobachtete fluchtartige Verlassen des Vercors).

 

Hotel Le Dauphin, Villard de Lans