Die Sache mit der CO2 Billanz bei Tesla Batterien

  • Ja, die Sache mit den Batterien, jeder schreibt darüber. Bzw. jeder schreibt dem anderen ab. Ist ja normal heutzutage. Die eigene Recherche kostet ja nur Geld.


    Aber ich wollte ja auch über Batterien schreiben, nicht über den modernen Journalismus.


    Das Ganze geht zurück auf eine Studie des IVL Swedish Environmental Research Institute geschrieben von Mia Romare und Lisbeth Dahllöf. Dies ist eine Metastudie, sie haben selber keine Daten erhoben, nur andere Studien ausgewertet. Die Studie hat auch ein eine ISBN Nummer: ISBN 978-91-88319-60-9

    Gegründet wurde das IVL durch die Swedish Energy Agency und die Swedish Transport Administration


    Das Resultat der Studie sagt nun, für eine Lithuim-Ionen-Batterie würden bei der Herstellung 150-200 kg CO2 - equivalent / kWh freigesetzt. Die Zahlen haben sie von folgenden Studien:



    Zwei der hier aufgeführten Quellen sind online: Ambrose, H. & Kendall und Ellingsen, L. A.- W.et al., 2014, bei den anderen konnte ich zumindest den Abstrakt einsehen.


    Bei der Studie von Ambrose & Kendall wird wenigstens etwas auf Tesla Batterien Bezug genommen, es wird sogar ein Tesla Battery Report in den Quellen erwähnt. Nur geht es darin um die Technologie und die Kosten der Tesla Batterien.


    Bei Ellingsen resp. den einsehbaren Abstrakten der anderen Studien kam das Wort Tesla nicht ein einziges Mal vor.


    In der Studie von IVL wird immerhin 11 Mal auf Tesla Bezug genommen. Leider nur immer in Verbindung mit Tesla Modellen, kein einziges Mal auf die Herstellung der Batterien von Tesla. So als Beispiel:





    Halten wir einmal fest: Die schwedische Studie nimmt keinerlei Stellung zur CO2 Bilanz bei der Herstellung einer Tesla Batterie, ihre Quellen würden das auch gar nicht hergeben.


    Der allgemeine Tenor ist nun: Macht nichts, wir rechnen das einfach mal auf einen Tesla hoch, ist ja das berühmteste Elektroauto. Das ergibt nun so Aussagen wie

    • Die Herstellung einer Batterie des Tesla S erzeuge 17.5 Tonnen CO2.
    • Erst nach 8 Jahren wäre ein Tesla S CO2 amortisiert.

    Ok, ich gestehe dem modernen Journalismus zu, nur einer hat das hochgerechnet. Die Anderen haben es abgeschrieben. Aber ich schweife ab. Nicht nur Mainstream Medien sind dem aufgesessen, hier eine dänische Ingenieurseite. Die Kommentare deren Leser - notabene wohl auch Ingenieure - sind interessant, da fielen so Ausdrücke wie "unprofessionell", "von der Ölindustrie gesponsert" und "einer Publikation bei der ing.dk unwürdig". Nein ich kann kein dänisch, ich hab Google bemüht.


    Die schwedischen Autoren der IVL Studie betonen ausdrücklich die Schwierigkeit, verschiedene Studien miteinander zu vergleichen. Der Grund hierfür läge schon mal im unterschiedlichen Design, in der unterschiedlichen Auslegung der verschiedenen Studien. Weiter ergeben sich grosse Unterschiede je nach

    • dem genauen chemischen Aufbau der Batterien, wohlverstanden - alles sind Lithium-Ionen Batterien
    • dem Prozess der Herstellung der Batterie, also der Fabrik und deren Energieerzeugung

    Bei Ambrose & Kendall divergiert z.B. der Energieverbrauch zwischen 316 und 2318 MJ / kWh


    Ellingson berichtet von 586 MJ / kWh, hauptsächlich Strom. Und der Stromverbrauch gehe hauptsächlich auf die Trocknungsräume zurück.


    Auch der von der schwedischen Studie gesuchte Wert in CO2-eq / kWh divergiert in den zugrunde liegenden Studien sehr stark:




    Es ist also nicht einfach, überhaupt eine Aussage zu machen. Und wenn eine gemacht wird, kommt es sehr auf die Anlage der Studie an. Sie gilt genau für die angeschaute Kombination Batterie / Fabrik.


    Zurück zu Tesla, die neue Batteriefabrik wird bald mit Solarstrom betrieben. Und natürlich wurde Elon Musk auch auf Twitter auf die Studie angesprochen, hier seine Aussage dazu.


    Ob und wann er die angekündigten 500'000 Autos pro Jahr herstellen kann, muss er allerdings erst noch beweisen.